Could I say yes? AGAIN?

Die Frage beschäftigte mich in den letzten fünf Jahren immer wieder.

Fünf Jahre lang war ich in meiner Ära. Ich wollte irgendwann bewusst den ganzen Bullshit durchbrechen, den ich wie einen Kaugummi am Schuh immer mit mir herumtrug. Was blieb, war eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie ich leben möchte, auch mit einem Komplizen an meiner Seite.

Ich war schon einmal verheiratet.

Ich weiß also nur zu gut, dass nicht jede Geschichte für immer geschrieben ist. Trotzdem habe ich nie aufgehört, an die eine große Liebe zu glauben. An den einen Menschen. An diese eine Begegnung, die etwas in dir verändert und dich das Leben noch einmal mit anderen Augen sehen lässt.

Mir war aber auch immer bewusst, dass diese Liebe nicht jedem vergönnt ist. Manchmal kommen Schicksal und Leben dazwischen. Manche Seelen begegnen sich erst spät im Leben oder finden in anderen Leben erneut zueinander. Ich spüre das. Meine Wahrheit. Nicht deine.

Wie erkennt man eigentlich, ob es die große Liebe ist? Woher weiß man es? Ist die große Liebe eine Metapher für die Liebe im weitesten Sinne, oder gibt es dieses eine, krasse Ding tatsächlich?

Ich bin manchmal das wilde, tosende und dunkle Meer. Nicht das hübsche, blau-türkise, seichte Meer, das man auf Bildern mit scheinbar schwebenden Booten sieht. Nein, ich bin die kalte, tosende, trübe Brühe, die unberechenbar ist und mit Sicherheit einen hungrigen Bullenhai mit sich trägt.

Trüb, tief und manchmal so aufgewühlt, dass ich selbst kaum weiß, wohin mit all den Wellen, der Gischt, der Unruhe und den inneren Wirbeln. Als wäre ich mittendrin, ohne oben und unten zu kennen.

An anderen Tagen bin ich ein stiller Wald, in dem kaum ein menschlicher Laut die Ruhe durchbricht und ich einfach nur für mich sein möchte, umgeben von seinen Bewohnern, seinen Tieren und seinen wunderbaren Wesen.

Ich brauche meine Freiheit, meine Weite und meine Stille. Ich brauche Platz zum Atmen, zum Denken und zum Sein. Manchmal brauche ich einfach nur das, keine weiteren Menschen in diesem Moment.

In mir lebt eine Welt, die sich nicht immer in Worte fassen lässt. Meine Intuition, meine Magie, meine tiefe Liebe zur Anderswelt und dieses Gefühl, dass es zwischen Himmel und Erde noch so viel mehr gibt, als wir mit unseren Augen erfassen können.

Manchmal tauche ich so tief darin ein, dass ich alles um mich herum vergesse und nur dort sein möchte. An diesem Ort, der so weit entfernt ist von dieser lauten, hektischen und toxischen Welt.

Dann bin ich ganz bei mir, unterwegs zwischen Gedanken, Bildern und dem Unsichtbaren, das für mich auf seine ganz eigene Weise spürbar ist. Ich sehe mit meinem inneren Auge, fühle und weiß um die Energien, Wesen und Schatten, die uns begleiten. Die immer da sind. Neutral in dem, was sie sind, aber gebrandmarkt durch uns, die nicht sehen wollen.

Und dann ist da noch er.

Er schaut mich mit diesem liebevollen Blick an, der mir sagt, dass ich mich nicht erklären muss. Dass ich sein darf, wie ich bin. Gerade dann, wenn ich mal wieder gedanklich in anderen Sphären unterwegs bin und er vermutlich nur hoffen kann, dass ich irgendwann zurückkehre.

Er sagte irgendwann, ich sei das Meer und er ein Leuchtturm.

Ein Licht, das mich wärmt, wenn die Nächte kalt werden. Ein Ort, an dem ich mich orientieren kann, wenn das Meer in mir tobt. Einer, der mich nicht festhalten muss, damit ich weiß, wo ich hingehöre. Ein sicherer Punkt in der lauten Welt, ein Mensch, bei dem ich mich sicher fühlen darf.

Ich glaube, das ist es, wonach ich immer gesucht habe. Eine Liebe, in der ich das Meer sein darf, ohne Angst haben zu müssen, dass meine Wellen jemanden vertreiben. Eine Liebe, die meine Stille versteht, mein Tosen aushält und meine Anderswelt offen und mit einem Lächeln betrachtet, selbst wenn sie ihm manchmal ein Rätsel bleibt und er nachts lieber mit offenen Augen schläft.

Ich durfte lernen, darauf zu vertrauen, dass Liebe einfach sein kann. Nicht toxisch, schwierig oder mit Kampf verbunden. Er ließ mich ziehen, als ich Raum brauchte, und war da, als ich selbst kaum wusste, wer ich bin. Er kennt die Version von mir bereits, bevor ich sie selbst kenne, und gibt mir Zeit, sie ebenfalls zu erkennen.

Ich habe nie aufgehört, an diese eine Liebe zu glauben, auch dann nicht, als das Leben mir gezeigt hat, dass nicht jede Geschichte so endet, wie man es sich einmal versprochen hat.

So war es warm an diesem Tag, sonnig und sandig unter unseren Füßen. Die Luft roch salzig und meine Augen konnten sich kaum sattsehen an diesem wunderbaren Anblick, an diesem wohl schönsten Flecken Erde meiner Lieblingsinsel.

Ich stand also da, umgeben von meinem geliebten Meer, an meinem liebsten Ort.

Alle vier Elemente waren um uns herum. Feuer durch das Brennen der Sonne, das türkis-klare Wasser vor uns, Erde in Form von feinstem Sand unter unseren nackten Füßen und Luft, die salzig, klar und ätherisch war.

Vor mir: Er.

Mit einer Frage.

Ich war da, bei ihm, und sagte aus tiefstem Herzen JA.

Zu einem Leben, in dem ich wild sein darf, still sein darf, träumen darf und meiner Intuition folgen kann. In dem ich mich weiterhin in den Wäldern verlieren, dem Meer lauschen und meiner Liebe zur Anderswelt nachgehen kann.

Ich bin neugierig auf alles, was noch kommt. Auf die Erfahrungen, die mich prägen, die Gedanken, die mich nachts wach halten, und die kleinen Wunder, die ich vermutlich wieder irgendwo entdecke, wo andere einfach vorbeilaufen.

Es ist schön, jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem das Leben nicht kleiner wird, sondern weiter.
Mit Platz für zwei eigene Köpfe, jede Menge Blödsinn und all die Dinge, die uns ausmachen.

I said YES. Again. 💍🖤

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ich bin, weil ich war.