ich bin, weil ich war.
Annina Thömel Annina Thömel

ich bin, weil ich war.

Vielleicht kann ich heute so tief in die Geschichten anderer Menschen schauen, weil ich gelernt habe, meine eigene nicht mehr nur von der hellen Seite aus zu betrachten. Ich kann meine Geschichte anschauen, auch die Stellen, die nicht schön sind, die widersprüchlich sind und bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Ich muss sie nicht mehr hübsch machen, damit sie erträglich wird.

Das ist auch der Grund, warum ich so gern über meine eigenen Schatten schreibe.

Weil ich durch sie gelernt habe, meine eigene Kraft zu finden. Ich schreibe über sie, weil ich keine Angst mehr davor habe, sie anzusehen und ihnen einen Platz zu geben, damit sie eine Aufgabe bekommen.

Ich möchte keine Texte schreiben, in denen ich am Ende größer wirke, als ich mich auf dem Weg dorthin tatsächlich gefühlt habe. Ich möchte ebenso keine kleinen Texte schreiben, die meinen Lesern oder Klienten suggerieren: Oh, die ist durch. Die hat’s geschafft.
Alles erkannt. Alles gefühlt. Die ist genau richtig für mich.

Überraschung.

Wir sind niemals fertig.


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