Sichtbarkeit hat nichts mit gesehen werden zu tun

Sprachlos.

Also ich zumindest.
Meine Freundin vermutlich nicht, die wusste ja die ganze Zeit, dass das passiert, und will es jetzt nicht wahrhaben.

Heute Nacht, am 26.08.2026 um 0:00 Uhr, ist mein Podcast gelauncht.
Mein Podcast.
„Lass uns reden Darling. Uncut.“
Ich bin noch immer überwältigt und es fühlt sich doch noch ein wenig surreal an.

Gestern war ein aufregender Tag, so kurz vor der Veröffentlichung.
Ich saß wie ein aufgeregtes Kind an Silvester auf der Couch und wartete, bis es 00:00 Uhr wurde.
Ich spürte diese gewisse Magie von etwas Neuem, einer Veränderung in der Luft.
Vielleicht kennst du das Gefühl, du wagst etwas und spürst in diesem Moment, dass es ein wichtiger Schritt ist.
Die Energie ist eine, die etwas ganz Eigenes hat – als könntest du in diesem Moment einen kleinen Hauch von Zukunft spüren.
Vielleicht war das Ganze sogar noch einmal aufregender als der Launch des Magazins und damit meiner Website, denn mit ihm schwang ein weiterer Neubeginn mit.
Ein Neubeginn für mich, zum schmerzlich vermiedenen Thema meiner Selbstständigkeit:

Der Sichtbarkeit.

Dieses kleine, unscheinbare und mies kitzelnde Substantiv, bei dem mein Nervensystem manchmal die Wohnung verlassen wollte, vielleicht auch ab und an sogar noch will – ich frag es da nicht mehr so genau.

Wer mich richtig gut kennt, weiß, dass ich in diesem Bereich eher scheu bin und für mich unglaublich viel Mut und Bauchatmung dazu gehört, überhaupt oberhalb des Radars zu fliegen. Das darf man durchaus lernen oder in meinem Falle wieder erlernen.
Denn genau das war mal anders. Glaube ich zumindest.

Wer meinem damaligen, persönlichen Accounts auf Facebook und Instagram folgte, hat eventuell miterlebt, dass es eine Zeit gab, wo ich mich ausgiebig dem Network Marketing hingab und damals gut und gerne Make-up als Livestream präsentierte.

An mir.

Vor Kamera.

Mit Live Kommentaren.

Demzufolge auch Zuschauern.

Wenn ich heute so darüber nachdenke, war das schon echt wild.

Heute würde ich das nicht einmal mit 2 Flaschen guten Wein machen wollen.

Also, was ist heute anders als damals?

Warum habe ich seither ein kurioses Verhältnis zur Sichtbarkeit gehabt oder glaubte ich, dass Sichtbarkeit von Bewertungen im Außen abhängt?
Dass es sie definiert?
Dass Sichtbarkeit nur das ist – sich gewissermaßen auch zur Schau zu stellen und manchmal auch stellen zu lassen.

Meine Theorie oder nein, meine ganz persönliche Erkenntnis dazu ist:

Je mehr ich mich finde, je mehr ich innerlich wachse, je mehr ich meine wahre Identität lebe, desto weniger verspüre ich die Lust oder das Wollen, das der Welt da draußen zu zeigen.

Auf einmal ist dir ein gewisser Schutz, auch der deiner Privatsphäre, wichtig.

Du lässt niemanden mehr darüber urteilen, wie du dich zu fühlen hast.

Ob deine Leistung und Performance gut oder schlecht war.

Wie viele Menschen dich feiern oder verbessern wollen.

Es interessiert mich weniger, weil es nicht mein Spielfeld ist.

Komprimiere ich diese Erkenntnis also mit dem damaligen Network und mit meinem damaligen Weg, erkenne ich heute zwei Dinge:

A:
Damals hab ich es zwar gefühlt, aber aus der falschen Intention heraus.
Dennoch war ich mutig, und vielleicht auch dem geschuldet, dass Social Media damals noch ein weniger toxischer Ort, im Gegensatz zu heute war.
Zudem liebte ich es schon immer, Menschen und in diesem Falle wunderbare und schöne Frauen zu beraten.

B:
Nicht ganz unabhängig war allerdings der Faktor, dass ich nach einer schweren und emotionalen Zeit einfach raus wollte.
Ich wollte gesehen werden.
Ich wollte Zuspruch.
Ich wollte, dass Menschen mich schön finden, vielleicht auch erfolgreich auf gewisse Weise.
Ich wollte die Gute sein.
Der Darling meines Umfeldes, aber ohne Kritik.
Nur Licht. Kein Schatten bitte.
Warum? Weil es mir – und das ist meine Wahrheit – so sehr daran fehlte.

Nicht weil es Menschen mir nicht auch sagten, sondern weil ich es nicht fühlen konnte und möglicherweise auch, weil ich spürte, dass manches davon nicht ernst gemeint war.

Für mich war Make-up die perfekte Maske, kannte ich mein wahres Ich damals noch nicht.

Früher wollte ich gesehen werden. So sehr.

Heute nicht mehr.

Denn ich werde mich zeigen, wenn ich etwas zu sagen habe.

Das ist der Unterscheid, von Gesehen werden und Sichtbarkeit.

Heute fühle ich meine Schönheit und ich rede nicht von der äußeren, denn das ist reine Betrachtungssache.
Komm mal an einem Sonntagmorgen um 8 Uhr rum, da reden wir drüber, was optisch schön oder kompliziert werden könnte.
Nein, ich meine die innere Schönheit.
Nicht die Floskel, die wir immer dann hören, wenn es „darauf ankommt“.
Ich meine das eigene innere Strahlen, was nur du selbst, in dem Falle ich mir selbst, geben kann.

Es dauerte.
Jahre.
Oh Gott, und die vielen Gespräche, die ich darüber geführt habe.
So viele, dass manches Mal der Gedanke daran reichte, dass eine kleine Panikattacke ihren Weg zu mir bahnte.
Nur der Vorstellung halber.

Es brauchte auch die richtigen Menschen, die mir einen subtilen Schubs gaben, an mich glaubten und mir persönlich die nötige Zeit gaben, um den Schritt selbst sehen zu können.
Menschen, die mich so gut kannten, um zu spüren, in welche Richtung es gehen müsste und niemals müde wurden, mir diese nur richtig zu verkaufen.

Stück für Stück erreichte mein Mindset in den letzten Monaten und Wochen einen Punkt, den ich noch nicht kannte.
Angefangen mit Instagram und dort, mit der Neuauflage meiner Herzensseite:

„SOLA ANIMAE“.

Die, wie gute Beobachter erkennen können, mit mir wuchs und heute das ist, was sie ist.

Tiefe. Mehr Schattenthemen als Licht, mehr Konfrontation als Wischi Waschi, aber immer ehrlich.
Immer echt und immer mit genug Licht, das es braucht, um mit seiner inneren Welt voranzukommen.

Die Website, einst eine persönliche Plage – heute mein Zuhause von SOLA ANIMAE.
Mein Ort. ♥︎

Darin - das Magazin, meine liebevolle Hommage an die Worte in meinem Geist.
Mal stumpf und subtil, mal treffend und scharfkantig wie Papier und mal weit schwingend wie die Flügel meines Lieblingsvogels, gepaart mit ’nem absurden Tiefgang, den man oft nicht kommen sieht, und vielen Bildern in meinem Kopf, die zu Worten werden wollen.

Treffen manche Worte? Mit Sicherheit. Das war auch mein Ziel. Denn es ist meine Sichtweise und meine Wahrheit.

… und nun zu heute:

Der Podcast. Mein Podcast. „Lass uns reden Darling. Uncut.“

Geschmiedet aus dem cleveren Hirn meiner unheimlich tollen Freundin, die niemals aufgibt.
Die mich supportet, auf eine Weise, die mich wirklich rührt.
Sie war es, die das Thema Podcast immer wieder ins Spiel brachte und voilà, hier sind wir, meine jeweiligen Gäste und ich.

Zum allerersten Mal hatte ich keine Angst mehr, sichtbar zu werden, nicht bei meiner Website und nicht beim Podcast.
Ich wollte es und auf einmal konnte ich es.

Denn auf einmal war es da. Dieses stille Gefühl, nein, dieses Wissen – tief in mir drin.

Das Wissen, dass ich immer dahin darf, wo die größte Angst sitzt.

Nicht um sie zu besiegen, sondern um dort die Version von mir zu treffen, die längst da ist und nur darauf wartet, dass ich ihr endlich glaube.

Vielleicht ist genau das der Inbegriff von Mut.
Nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, ihr nicht mehr das Steuer zu überlassen.

Ich bin wieder gewachsen.
Wieder ein Stück über mich hinaus - und mein innerer Mut, die Version ohne Maskerade, die Version von mir, die schon IST - nickt wohlwissend, dass alles nur einem Ziel im Leben dient.

„Finde heraus, wer du bist und dann sei es mit Absicht.“

Dolly Parton

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